Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.  Heraklit

Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin stehe ich Ihnen für Ihre psychischen Beschwerden zur Verfügung. Als einen ersten Schritt zur Verbesserung betrachte ich deren einfühlsame diagnostische Abklärung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft. Eine erfolgreiche psychiatrische Behandlung kann sowohl aus der Verordnung psychopharmakologisch wirksamer Medikamente, als auch aus ressourcenorientierten psychotherapeutischen Interventionen bestehen.

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Dr. med.
Wolfgang Ferdin

Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapeutische Medizin
(Systemische Familientherapie)

Wahlarzt

Telefon:

+43 676 67 527 20

E-Mail-Adresse:

wolfgang.ferdin@gmail.com 

BEHANDLUNGSBEREICHE
 
BURNOUT / SUCHT

Während der ersten Phasen eines Burnout-Prozesses, in denen unter Aufbietung aller Kraftreserven und weiterer Verschiebung des Lebensmittelpunktes in Richtung Arbeitsplatz „alles gerade noch zu schaffen“ sei, kommt es bereits zu Schlafstörungen und anderen psychischen Beeinträchtigungen. Bleibt der Erfolg aus, dann kippt die schiefe Ebene, auf der man sich mittlerweile befindet. Am Arbeitsplatz kommt es zunehmend zu Zynismus und innerer Distanzierung. Schließlich sinkt die Arbeitsleistung rapide. „Ich kann nicht mehr!“ markiert so die dritte Phase des Burnout-Syndroms (s. Musalek et al.) mit einer speziellen Form der Erschöpfungsdepression.

Gelegentlich wird von Menschen, die in einem Burnout-Prozess sind, versucht, eigenmächtig Alltagsdoping mit psychotropen Substanzen einzusetzen, meistens aber ohne nachhaltige positive Konsequenz und mit einer realistischen Gefahr, daraus eine Abhängigkeitserkrankung / Sucht zusätzlich zu entwickeln.

In der Sucht ist aus vielerlei Gründen ein zunächst funktionaler, also subjektiv als zweckmäßig erlebter Konsum psychotroper Substanzen, wiederholt eskaliert bzw. mit der Zeit aus dem Ruder gelaufen und zur oftmals unterschätzten Krankheit geworden. Wer mehr über meine Zugänge zum Phänomen Sucht und möglichen Wegen aus der Suchtspirale erfahren möchte, kann das in meinen hier freigeschalteten Publikationen nachlesen.  

Meine Spezialisierung im Bereich Sucht umfasst insbesondere die Substanzen Alkohol (mit abstinenzorientiertem Ansatz oder mit Kontrolliertem Trinken nach Körkel und/oder Sinclair-Methode), sowie Kokain und Benzodiazepine

DEPRESSION / BIPOLAR

Depressionen sind nicht mit gelegentlich gedrückter Stimmungslage zu verwechseln, sie gehen auch nicht einfach vorbei wie ein Schnupfen. Die Krankheit Depression beginnt oft wenig spektakulär mit einer hartnäckigen Schlafstörung. Typisch ist auch eine Veränderung des Essverhaltens, der Konzentrationsfähigkeit und des sexuellen Verlangens. Mit zunehmender Kraft- und Freudlosigkeit, gelegentlich gereizter Missgestimmtheit und einem starken Pessimismus, bis hin zu schweren Zukunftsängsten, kann man sich rasch in einer psychischen Sackgasse befinden. Im „psychischen Wachkoma“ des Gefühls der Gefühllosigkeit (major depression) gelingt der Weg heraus nur mehr mit intensiver psychiatrischer Behandlung (Psychopharmakologische Behandlung und Psychotherapie). Je früher das Gegensteuern mit professioneller Hilfe erfolgt, desto eher wird es auch gelingen. 

Menschen mit Bipolarer affektiver Störung leiden in unterschiedlichem Maße ebenso an depressiven Zustandsbildern. Sie kennen aber auch das überschießende Frühlingserwachen mit enormer Kraft und Libido, fast fehlendem Schlafbedürfnis, gesteigerter Aufmerksamkeit und Assoziationsgabe, mit Eloquenz und Mut. Dies lässt sie periodisch im vergleichsweisen Übermaß erfolgreich sein und das Leben in vollen Zügen genießen. Im Übermut werden aber auch riskante Entscheidungen getroffen, Gefahren massiv unterschätzt oder gänzlich verleugnet. Irgendwann kommt nach jedem ungezügelten Höhenflug (s. Mythos des Ikarus) ein harter Aufprall am Boden der Realität, sei es durch Schaden auf allen möglichen Ebenen (z.B. Finanzielles, Beziehungsleben oder körperliche Gesundheit) oder durch Erschöpfung (infolge Schlafentzug). Eine Stabilisierung auf gesundem und vitalem Niveau erfordert eine kontinuierliche psychopharmakologische und psychotherapeutische Begleitung mit langem Atem. 

ANGST / TRAUMAFOLGEN

Angst gehört zu einem langen und erfüllten Leben dazu. In der Angststörung funktioniert sie aber nicht mehr als guter Wegweiser, weil sie aus der Balance geraten ist. Oftmals findet man in der Biographie Betroffener (oder deren Eltern - im Sinne einer transgenerationalen Weitergabe) Erfahrungen existentieller Gefährdung bzw. Grenzerfahrungen, in denen unmittelbar erlebt wurde, dass das eigene Leben tatsächlich nur an einem seidenen Faden hängt. Eine ständige Übersteuerung natürlicher Angstreaktionen ist aber irgendwann unerträglich und führt zwangsläufig zu Gegenmaßnahmen. Manche versuchen jegliches Risiko im Leben zu vermeiden und ziehen sich in ein depressiogenes Versteck zurück, andere greifen zur Selbstmedikation durch Alkohol. Früher oder später erhalten viele Benzodiazepine verordnet, die jedoch keine nachhaltige Behandlung darstellen und darüber hinaus auch eine Sucht verursachen können. 

Bei einer Traumafolgestörung hat in vergleichbarer Weise eine existentielle Bedrohung und das dabei erlebte Ohnmachtsgefühl chronische psychische Fehlsteuerungen zur Folge. Ursachen dafür können Gewalt und/oder sexualisierte Gewalt sein, eine Naturkatastrophe, ein schwerer Autounfall oder auch die Vernachlässigung essentieller Bedürfnisse im Kindesalter. Oftmals als Panikattacken berichtete intrusive Erstarrungen, Hyperarousals mit paranoiden Ängsten und erhöhter Schreckhaftigkeit, können daraus ebenso folgen, wie Albträume und Flashbacks der auslösenden Geschehnisse. Das ständige Gefühl, „auf-der Hut-sein“ zu müssen, bindet viel psychische Energie, verringert die Fähigkeit sich zu entspannen und damit wieder Kraft zu tanken. Belastbarkeit und Stresstoleranz sind deutlich vermindert. Eine psychotherapeutische Sicherung im Hier und Jetzt ist für ein schönes und freudvolles Leben trotz Traumafolgestörung ebenso essentiell, wie eine psychopharmakologische Stabilisierung. 

LEISTUNGEN
 

Psychiatrisch-psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung

Erstgespräch (Dauer 60 Minuten) und/oder Folgebehandlungen mit psychotherapeutischem Schwerpunkt: € 150,–

Psychiatrisch-psychotherapeutische Folgebehandlung (Dauer 30 Minuten): € 90,–

Als Wahlarzt ist mir die direkte Verrechnung mit den allgemeinen Kassen leider nicht möglich. Allerdings wird Ihnen ein Teil der Behandlungskosten nach Einreichung der Honorarnote, die Sie bei mir erhalten, von der jeweiligen Krankenkasse rückerstattet. Darüber hinaus bieten etliche Zusatzversicherungen auch eine erweiterte oder vollständige Kostenübernahme an. 

BERUFSWEG
 
1988–1998

Medizinstudium an der Universität Wien / MedUni Wien

Wahlfach: Krisenintervention und Suizidverhütung

1999–2001

Diplomausbildung der ÖÄK in Psychosomatische Medizin am AKH Wien

2001–2006

Facharztausbildung für Psychiatrie an der 5. Psychiatrischen Abteilung des Otto-Wagner-Spitals in Wien 

2001–2005

Diplomausbildung der ÖÄK in Psychotherapeutische Medizin am Institut für Systemische Interventionen und Studien in Wien (Dr. Esther Wanschura, Univ. Prof. Dr. Hildegard Katschnig)

2007–2011

Stationsführender Oberarzt der Station für Forensische Sozialpsychiatrie / Abteilung für Forensische Psychiatrie und Alkoholkranke des Otto-Wagner-Spitals

2011–2020

Stationsführender Oberarzt am Anton-Proksch Institut, Suchtklinik in Wien Kalksburg (API) 

Abteilung I mit den Schwerpunkten Frauenspezifische Therapien, Alkohol- und Medikamentensucht, Psychische Komorbiditäten und Burnout-Syndrom (Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek)

2015 bis 2020: Stellvertretender Abteilungsvorstand 

2015 bis 2021: Leiter der Angehörigenbetreuung 

2013 bis 2020: Leiter des Schwerpunktes Psychische Komorbiditäten bei Sucht 

2020–2021

Interimistischer Leiter der Abteilung I / API

AKTUELLE BERUFSTÄTIGKEIT
 
seit 2013

Wahlarztordination als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin
(Methode: Systemische Familientherapie) in 1130 Wien, Jodlgasse 7/1/1

seit 2017

Leitender Oberarzt der Gräfin-Zichy-Ambulanz / API

seit 2022

Stationsführender Oberarzt am API

Abteilung I mit den Schwerpunkten Frauenspezifischer Therapien, Alkohol- und Medikamentensucht, Schmerz und ältere Patienten (Prim. Dr. Myriam Sarny)

Stellvertretender Abteilungsvorstand

PUBLIKATIONEN
 
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Festschrift für Michael Musalek

1. Auflage 08/2021

Stationäre Alkoholsuchtbehandlung – wozu?

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Magazin des Anton Proksch Instituts

Ausgabe 6/2021

Angehörige zwischen Co-Abhängigkeit und Ressource